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Vielen Dank an Eva-Maria Gössl für diese Übersetzung.



"I've Got to Go Back Home", ein Song der für Jamaikaner eine geliebte Hymne wurde. Er begann seine Karriere als Sänger und Songwriter des legendären Vokalensembles "The Paragons", welches er gemeinsam mit Tyrone (Don) Evans und Howard Barrett gründete. Etwas später stieß dann auch John Holt dazu und schloss sich der Gruppe an. "The Paragons" waren mit ihrem Produzenten Coxsone Dodd sehr erfolgreich und hatten mehrere bekannte Nummern, bevor der aus Bob's Feder stammende Song "Love At Last" es dann auf die Nummer 1 der Hitparade in Großbritannien schaffte. Als eines der herausragendsten Talente Studio Ones, arbeitete Bob eng mit Jackie Mittoo zusammen, gemeinsam schufen sie viele, der für das Plattenlabel wegweisenden Sounds. Neben dem Schreiben seiner eigenen Songs, welche zu wahren Reggae-Klassikern wurden - "Feeling Soul", "My Time", "Going Home", und "Too Experienced", um nur einige zu nennen - wirkte Bob auch an zahlreichen Hits anderer Musiker des Studios mit.
Bob Andy
Die Single "Young, Gifted and Black", welche Bob gemeinsam mit Marcia Griffith, im Jahr 1970, aufgenommen hatte, wurde alleine in England und Europa 1/2 Million mal verkauft und erhält nach wie vor regelmäßiges Airplay. Durch ihren Auftritt bei Top of the Pops und ihr extensives Touren wurden "BOB & MARCIA" zu einem Markennamen. Sie hatten eine weitere Single die es in die britischen Top 10 schaffte, sowie zwei weitere Alben mit "Trojan Records".
Während der frühen 70er setzte Bob die Arbeit an seinen Soloaufnahmen fort; "You Don't Know" und "Life" sind zwei Songs die in dieser Periode entstanden sind und den britischen Fans ganz besonders am Herzen liegen. Nachdem sich das Duo 1974 trennte, wurde Marcia eine von Bob Marleys I-Threes, und Bobs Singles "Fire Burning" und "Check It Out" trafen einen empfindlichen Nerv der Jamaikaner im neuen sozialen Bewusstsein der Manley-Ära.
Mitte der 70er arbeitete Bob als A&R Manager für die Plattenfirma "Tropical Sountracs". Für die Platte "Kamar" kam es zu einer Zusammenarbeit mit Marcia Griffith, wodurch dann darauf das defenitiv bekannteste "Bob & Marcia"-Album, "Really Together" durch Bobs eigene Plattenfirma veröffentlicht wurde. Bob schaffte es, als einer der ersten jamaikanischen Künstler, sich seine eigene Verlagsgesellschaft, ANDISONGS, aufzubauen. Er war auch eine der treibenden Kräfte bei dem Versuch, eine karibische Urheberrechtsorganisation zu etablieren.

1978 wurden die beiden Alben "Lots of Love" und "I" veröffentlicht, in jenen unter vielen anderen außerordentlichen Songs, auch die zwei Klassiker "Ghetto Stays in the Mind" und "Feel the Feeling" enthalten waren. Im selben Jahr reiste Bob nach Kuba um bei dem elften "World Festival of Youth and Students" aufzutreten.
Danach begann eine fünfjährige Abwesenheit aus der Musikszene da Bob zunehmendes Interesse an der Schauspielerei fand. Er nahm Hauptrollen in mehreren Theaterproduktionen an und 1979 spielte er die Hauptrolle in dem jamaikanischen Spielfilm "Kinder von Babylon".
Im Jahr 1983 landete Bob mit seiner Single "Honey" wieder auf Platz 1 der Reggae-Charts. Dem Erfolg der Single-Auskopplung folgte prompt das Nummer 1 Album "Friends". Für diese und auch nachfolgende Veröffentlichungen gründete er sein eigenes Plattenlabel, I-ANKA, in Jamaika und Großbritannien. 1985 tourte Bob durch Kalifornien, nahm Teil am Jugend-Festival in Moskau und trat als Hauptakt bei dem ersten japanischen Reggae Sunsplash auf. Das Album "Retrospektive" wurde 1986 veröffentlicht (1987 auf Heartbeat /Rounder Records in Nordamerika) und stieß auf große Aufmerksamkeit und Anerkennung. Es bietet eine fehlende historische Verbindung zwischen dem Studio One Meisterwerk "Bob Andy's Songbook" und seinen neueren Arbeiten.

Im November 1987 übernahm Bob die Stelle des A & R Managers und Werbeleiters für Tuff Gong (eine Gruppe von Unternehmen, gegründet von Bob Marley). In seinem Dienst für Tuff Gong Music, vertrat er das Unternehmen in mehreren Funktionen in Jamaika und im Ausland. Er produzierte die Musik von bekannten Künstlern wie Nadine Sutherland, Ernest Wilson und Tyrone Taylor, als auch die von junge Talenten. Bobs Präsenz bei Tuff Gong verschaffte ihm viele Gelegenheiten seinen Lebenstraum nach höheren Standards in der jamaikanischen Musik auszudrücken, sowohl in ihrer Unternehmenstätigkeit, als auch in der Qualität seiner eigenen musikalischen Leistungen.
Das Album "Freely", produziert von I-Anka im Jahr 1988, umfasste Songs die im Laufe der 80er aufgenommen wurden. "Freely" erhielt außerordentliche Kritiken und hielt sich über viele Monate in den britischen Reggae Charts. 1989 nahm sich Bob wieder seiner Rolle als jamaikanischen Musik-Pionier an und verbrachte sechs Monate in Australien. In der Zeit seines Aufenthalts veranstaltete er zahlreiche Workshops und gab Vorstellungen mit lokalen Musikern.

Am 13. Dezember, 1989 schloss er sich bekannten Reggae-Künstlern an, um in einer Werft in Danzig (Polen) an einem Anti-Apartheid-Konzert teilzunehmen, welches unter dem Stern des Fortschritts der globalen Befreiungsbewegung stand. Continental Records, eine der größten Plattenfirmen Brasiliens, produzierte in den 90ern ein Bob Andy Sammel-Album und einige seiner Alben wurden in Japan veröffentlicht. Bob nahm das Album "Hanging Tough" in Willi Lindos Heavy Beat Studios, in Miami auf. Das Album wurde im Jahr 1997, mit den inspirierenden Singles "Love This Life" und "Die No More", auf VP Records veröffentlicht.
Während der letzten drei Jahrzehnte wurde Bobs musikalischer Beitrag von vielen Seiten offiziell gewürdigt und anerkannt. 1989 wurde Bob in Kingston mit dem "Lifetime Achievement Award" des Magazins "Rockers" geehrt. 1991 erhielt er den kanadischen Reggae Music Award in Toronto und Bob's Single "Fire Burning" erhielt den JAMI-Award für den Song des Jahres. Im Jahr 1997 wurde er, bei den Reggae/Soca Awards in Miami, als eine der "Lebenden Legenden" der Musik genannt und erhielt 1999 den "Lifetime Achievement Award" bei dem "Bob Marley Day Festival" in Süd-Kalifornien. Der Premierminister verlieh Bob Andy im Jahr 2003 die Auszeichnung für "Excellence in Jamaika".
Die 90er Jahre und das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends zeigten, dass Bob nach wie vor überwältigende Konzerte in Europa, Japan, Jamaika, Kanada und den USA geben konnte. Zusätzlich zu seinen Solo-Auftritten nahm er auch an einer Reihe von Reunion-Konzerten mit Marcia Griffiths teil. Er fügte neue Klassiker zu seinem bekannten Repertoire, wie die beliebten Singles "Zion", "There Is A God" und "Ska Music (is Jah Music)".

Bob Andy
Anfang 2005 reiste Bob erstmals nach Afrika. Er trat bei dem Gedenkkonzert zu Bob Marleys 60. Geburtstag, in Addis Abeba, vor Hunderttausenden von Zuschauern auf und sang auch beim äthiopischen Präsidentenpalast. In den folgenden Wochen gab Bob, bei seinem Besuch in Shashemane, Benefizkonzerte für die 12 Stämme Israels.
Bobs neuere Kompositionen, inklusive der erfolgreichen Singles "Create Our History" with Luciano (2006), and "Almighty Dolla" (2007), wurden von Altafaan Label produziert.
Zu Ehren der außerordentlichen Dienste die Keith 'Bob Andy' Andersons' für sein Heimatland gleistet hatte und seine Kontribution zur Entwicklung des Reggae, verlieh ihm Jamaika den Rang des "Commander (CD).
Es ist schon oft bemerkt worden, dass die Besonderheit eines großen Künstlers im fortwährendem Schaffen bemerkenswerter Arbeiten zeit seines Lebens, liegt. Durch eine Welle an junger Musiker die Bobs Werke und Rhythmen coverten und neu interpretierten, erreichte seine Musik eine neue Generation von Fans. Bobs Publikum wird viel zu genießen haben, wenn es erst seine neuesten Kompositionen erleben wird, welche nur der Weiterentwicklung des Schaffens eines der größten Künstler der jamaikanischen Musikgeschichte dienen.